Zen
Was ist Zen?

T'ai Chi Ch'uan
Was ist T'ai Chi Ch'uan

Zen

/ Was ist Zen?

Zen ist eine Meditationsform, die nach der Legende etwa im 6. Jahrhundert n.Chr. von Indien nach China kam und später in Japan und andern angrenzenden Ländern übernommen wurde. Die westliche Welt orientiert sich heute weitgehend an der in Japan praktizierten Form. Zen wurde ursprünglich in buddhistischen Klöstern ausgeübt. Das heisst aber nicht, dass Zen und Buddhismus untrennbar zusammengehören. Im Grunde ist Zen nicht an eine bestimmte Konfession oder religiöse Ausrichtung gebunden. Das heisst, dass Angehörige aller Religionen Zen praktizieren können, ohne ihre ursprünglichen religiösen Vorstellungen aufgeben zu müssen. Der Zen-Weg kann aber auch ohne eine traditionelle religiöse Grundlage beschritten werden. Zen geht auf die allen Religionen gemeinsame Basis zurück und ist somit an keine Tradition und an keine heiligen Schriften gebunden. Jede und jeder geht den ihm entsprechenden Weg der eigenen Erfahrung.

Im Sitzen in der Stille und im meditativen Gehen wird es möglich, sich der eigenen Mitte zu nähern und den persönlichen Wesenskern zu erfahren. Diese Loslösung vom Alltag unterstützt die innere Sammlung. Auf diese Weise kann sich der innere Raum öffnen. Das ist ein Ausgleich zur Beanspruchung im Alltag und auch eine Gelegenheit, sich mit der eigenen Lebenssituation intensiv auseinanderzusetzen und vermehrt auf die innere Stimme zu horchen.

Zen ist ein spiritueller und damit ein religiöser Weg, dessen Tiefe sich bei einer regelmässigen Praxis zu erschliessen beginnt. Er kann als eine Pilgerreise nach innen verstanden werden. Eine Reise, die mit dem Entscheid, diesen Weg unter die Füsse zu nehmen, beginnt. Das ist ein ganzheitliches Sich-Einlassen und bald wird erfahren, dass die Wanderung selbst der entscheidende Prozess ist: der Weg selbst wird zum Ziel. Die oft erwähnten Erleuchtungserfahrungen sind mit Zwischenstationen oder mit dem Erreichen eines Aussichtspunktes vergleichbar.



T'ai Chi Ch'uan

/ Was ist T'ai Chi Ch'uan?

T'ai Chi Ch'uan ist ein aus China stammender ganzheitlicher Bewegungsablauf, der aus einzelnen Elementen zusammengefügt ist. Die durch die Tradition festgelegte Abfolge beruht auf der Lehre des Taoismus und auf den Prinzipien von Yin und Yang. Von aussen gesehen handelt es sich um fliessende und langsam ausgeführte Bewegungen, die einen harmonisierenden und stärkenden Einfluss auf das körperliche und seelische Gleichgewicht ausüben. Durch die Koordination von Bewegung, Atem und Achtsamkeit wird ein Gleichgewicht der Kräfte (Yin und Yang) angestrebt und gleichzeitig werden Spannungen und energetische Blockaden gelöst. Das heisst, T'ai Chi Ch'uan ist eine nicht gegenständliche Meditation mit heilgymnastischen Aspekten.

Selbstverteidigung: T'ai Chi Ch'uan gehört zu den chinesischen Kampfkünsten der sanften oder inneren Schule. Kung Fu und Karate z.B. sind der harten Schule zuzurechnen, bei der ein wesentlicher Teil der Übung darin besteht, den Gegner mit Geschwindigkeit und Härte zu treffen. T'ai Chi ist ein Beispiel für «inneres Boxen» oder Geistesboxen. Seine Prinzipien der Selbstverteidigung sind: nicht angreifen, nachgeben, ständig im Kontakt bleiben.

Die weichen, fliessenden Bewegungen des T'ai Chi tragen mehr dem meditativen und gesundheitlichen Aspekt Rechnung. Derjenige der Selbstverteidigung tritt in den Hintergrund. Das zeigen auch die Namen der einzelnen Stellungen wie: «wecken des Ch'i», «fasse den Vogel beim Schwanz», «spielen der Laute», «der Storch breitet die Flügel aus», «die Schöne am Webstuhl».

Die Übungsabfolge wurde im Laufe der Zeit gelegentlich durch die jeweiligen Meister abgeändert, doch die Grundprinzipien, auf denen die Übungen aufbauen, sind die gleichen geblieben.

Name: T'ai Chi - nach einer neuen Schreibweise Taiji - wird übersetzt als: der Firstbalken, das Höchste, das Grösste, das Allerheiligste, als der Urgrund des Seins oder als die Mutter des Yin und Yang.

Die Übungsformen:
Die Einzelübung besteht aus fliessend ineinander übergehenden Stellungen. Beim Yang-Stil, den wir praktizieren, wird unterschieden zwischen der kurzen und der langen Form. Je nach der Art des Zählens umfasst die lange Form 53 oder 140 Stellungen. Die kurze Form ist einfacher und eignet sich gut für den Einstieg.


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